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Die Geschichte


Den Beruf des Heilpraktikers gibt es nur in Deutschland. Es wird seit Jahren vermehrt diskutiert, ob man diesen Berufszweig abschaffen sollte. Er stellt somit eine Besonderheit in Deutschland dar, die sich aus der Geschichte erklärt.

Bis zum Jahre 1939 durfte im Deutschen Reich jeder, der sich zum Heilen berufen fühlte, seine Dienste anbieten. Eine qualifizierte medizinische Ausbildung war dazu nicht notwendig. Durch Hitler kam jedoch der Gedanke auf, dass medizinische Tätigkeiten in die Hände von staatlich ausgebildeten Ärzten gelegt werden sollte, ohne die über zwanzigtausend nicht medizinisch ausgebildeten Heiler und Behandler ihres Berufes zu berauben. So schuf man das Heilpraktikergesetz. Dieses soll alle, die medizinisch arbeiten, auf ein Mindestwissen hin überprüfen. Da man neue Heiler nur noch in Ausnahmefällen zulassen wollte, war abzusehen, dass es diese Berufsgruppe nach einer gewissen Zeit nicht mehr geben würde. Allerdings wurde das, was als Übergangsregelung gedacht war, 1957 ins Gegenteil verkehrt: Nun musste nicht mehr schlüssig begründet werden, warum jemand als Heilpraktiker doch zugelassen werden sollte, sondern es musste jeder zugelassen werden, der nicht abgelehnt werden konnte. Das Ergebnis ist, dass heute in Deutschland wieder schätzungsweise fünfzehntausend Heilpraktiker praktizieren.